West-Gondor | Buch der Taten

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Inhaltsverzeichnis

  • Die Schattenküste von West-Gondor

  • Übersicht


    Die Geschichte von West Gondor

    Die Schattenküste von West-Gondor

    Der Regen fiel seit drei Tagen ohne Unterlass auf die Küsten West-Gondors.

    Graue Wolken lagen schwer über den alten Städten entlang des Belfalas, und die Brandung schlug mit dumpfer Gewalt gegen die schwarzen Klippen. Selbst die Möwen waren verstummt.

    In der Hafenstadt Dol Amroth sprach man nur noch leise über die Gerüchte.

    Korsaren.

    Wieder einmal.

    Seit Jahren überfielen die Piraten aus Umbar die südlichen Küsten Gondors, doch diesmal schien etwas anders zu sein. Ganze Fischerdörfer verschwanden über Nacht. Leuchtfeuer wurden zerstört. Händler kehrten niemals zurück.

    Der Waldläufer Calendir erhielt seinen Auftrag direkt von einem Hauptmann der Fürstenwache.

    „Reite nach Tadrent“, sagte der Offizier. „Die Leuchtfeuer dort sind erloschen.“

    Calendir nickte schweigend.

    Er war kein Mann vieler Worte. Sein Leben hatte er an den Grenzen Gondors verbracht — in verlassenen Ruinen, vergessenen Wäldern und auf den windgepeitschten Straßen entlang der Küste.

    Noch vor Sonnenaufgang brach er auf.

    Die Wege West-Gondors waren einsam geworden. Verfallene Wachtürme ragten wie tote Finger aus den Hügeln. Überall lagen Spuren hastiger Flucht.

    Als Calendir schließlich Tadrent erreichte, fand er das Dorf verlassen vor.

    Die Türen standen offen.

    Boote trieben führerlos im Hafen.

    Und mitten auf dem Dorfplatz lag das zerstörte Leuchtfeuer.

    Der Waldläufer kniete sich nieder.

    Asche.

    Frische Fußspuren.

    Zu viele für gewöhnliche Räuber.

    Dann hörte er Schritte hinter sich.

    Sofort zog er sein Schwert.

    Doch statt eines Feindes stand ein kleines Mädchen vor ihm, kaum zwölf Winter alt. Ihre Kleidung war durchnässt, ihre Augen voller Angst.

    „Sie kommen nachts“, flüsterte sie.

    Calendir senkte langsam die Klinge.

    „Wer?“

    „Männer mit schwarzen Segeln.“

    Das Mädchen führte ihn zu einer versteckten Höhle oberhalb der Klippen. Dort hatten sich die letzten Überlebenden verborgen.

    Ein alter Fischer trat hervor.

    „Die Korsaren suchen etwas“, sagte er mit heiserer Stimme. „Sie fragen nach den alten Ruinen unter den Klippen.“

    Calendir runzelte die Stirn.

    Er kannte die Geschichten.

    Tief unter West-Gondor lagen vergessene Anlagen aus den Tagen Númenors — alte Gewölbe, versiegelt seit Jahrhunderten.

    Wenn die Korsaren tatsächlich danach suchten, drohte weit mehr als einfache Plünderung.

    In derselben Nacht beobachtete Calendir die Küste.

    Im Nebel erschienen schließlich die Schiffe.

    Schwarz wie Schatten.

    Lautlos glitten sie über das Wasser.

    Korsaren sprangen an Land und bewegten sich zielstrebig zu den Klippen.

    Calendir wartete.

    Er ließ sie passieren.

    Dann folgte er ihnen durch einen verborgenen Tunnel tief unter die Erde.

    Dort, in den vergessenen Hallen Númenors, brannten fremde Fackeln.

    Die Korsaren hatten eine gewaltige steinerne Tür geöffnet. Dahinter lag eine Kammer voller alter Relikte — Schwerter, Banner und ein schwarzer Palantír-Sockel, längst leer, aber noch immer von düsterer Macht erfüllt.

    Ihr Anführer grinste.

    „Mit diesen Schätzen wird Umbar Gondor endgültig brechen.“

    Doch bevor jemand reagieren konnte, löschte ein Pfeil seine Fackel.

    Dunkelheit.

    Schreie.

    Calendir griff aus den Schatten an wie ein Geist der alten Könige. Stahl hallte durch die Ruinen. Korsaren stürzten zwischen zerfallenen Säulen.

    Als der Morgen dämmerte, standen die Überlebenden von Tadrent am Hafen und sahen zu, wie die feindlichen Schiffe brannten.

    Der Sturm hatte sich gelegt.

    Zum ersten Mal seit Tagen brach Sonnenlicht durch die Wolken.

    Das kleine Mädchen trat neben Calendir.

    „Wirst du nun bleiben?“

    Der Waldläufer blickte hinaus aufs Meer.

    Fern am Horizont lag noch immer Schatten.

    Doch Gondor hielt stand.

    „Nein“, sagte er ruhig. „West-Gondor braucht weiterhin Männer, die über seine Küsten wachen.“

    Dann zog er die Kapuze tiefer ins Gesicht und verschwand wieder auf den einsamen Straßen des Südens.


    Die Leuchtfeuer von West-Gondor

    • 1. Stein von Erech: 58.2S ; 65.1W
    • 2.das gefallene Leuchtfeuer: 71.4S ; 54.5W
    • 3. Maegond: 72.8S ; 58.4W
    • 4. Nendath: 75.2S ; 61.5W
    • 5. Amon Lontir: 74.3S ; 66.2W

    West Gondor : Die Lager der Feinde

    • 1.Tingobel: 56.2S ; 64.0W
    • 2.Tathrendalf: 62.4S ; 56.8W
    • 3.Banditen-Lager: 64.2S ; 61.3W
    • 4.Makham Mijann: 72.0S ; 62.8W
    • 5.Abedecs Wache: 80.6S ; 68.9W
    • 6.Hashadîr: 78.2S ; 72.8W

    Pfade der Toten

    • Lenn Dûskud: 45.5S ; 75.4W
    • Kêr Bras: 44.8S ; 76.3W
    • Kêr Izel: 44.8S ; 75.9W
    • Schattenwache: 44.1S ; 75.0W

    Der Reichtum von West-Gondor

    • Morlad im Schwarzgrundtal
    • Lothgobel : 64.0S; 57.5W in Lamedon
    • Dínadab: 63.7S ; 59.0W in Lamedon
    • Calembel in Lamedon
    • Tadrent
    • Feste Lontir: 74.9S ; 65.8W
    • Dol Amroth

    Gondorischer Schatzspeicher

    • 1. 57.2S ; 62.5W Schwarzgrundtal, den Berg nördlich von Lancrath hinauf
    • 2. 59.2S ; 68.5W Schwarzwurzeltal, am Fuße des Wasserfalls südlich von Alagrant
    • 3. 60.1S ; 66.9W Schwarzwurzeltal, zwischen den Bäumen, unterhalb Brôgs Pfad
    • 4. 61.8S ; 69.5W Schwarzgrundtal, auf dem Berg südlich von Sardol
    • 5. 60.6S ; 66.1W Schwarzgrundtal, auf dem Berg südöstlich des 3. Schatzspeichers
    • 6. 60.6S ; 64.1W Schwarzgrundtal, südlich des Stein von Erech
    • 7. 60.5S ; 57.7W Lamedon, am Fluss nördlich von Corugwen dem Gerissenen
    • 8. 62.5S ; 60.6W Lamedon, auf dem Berg westlich der Straße hinter einem Felsen
    • 9. 65.2S ; 61.0W Lamedon, auf dem Berg südlich des Banditenlagers
    • 10. 65.6S ; 59.4W Lamedon, unterhalb eines Wasserfalls westlich von Lothgobel
    • 11. 67.4S ; 54.5W Lamedon, außerhalb der östlichen Mauer von Calembel
    • 12. 72.9S ; 57.5W Lamedon, östlich der Straße hinauf nach Maegond
    • 13. 75.4S ; 59.4W Anfurten von Belfalas, am Fluss durch die Bäume südlich von Skulkmire
    • 14. 73.6S ; 64.8W Anfurten von Belfalas, auf einem kleinen Hügel südlich der Straße
    • 15. 76.5S ; 62.8W Anfurten von Belfalas, oben auf dem Berg südwestlich von Nendath (Annäherung von Osten)
    • 16. 77.2S ; 69.4W Anfurten von Belfalas, auf einer Klippe über der Straße
    • 17. 78.9S ; 69.4W Anfurten von Belfalas, auf einer Klippe zwischen den Bäumen
    • 18. 76.5S ; 73.6W Anfurten von Belfalas, auf einer Klippe mit Blick auf das Meer südwestlich von Dol Amroth

    Bezwinger von West-Gondor

    • Banditen (rot) am Banditenlager
    • Eidbrecher (schwarz) im Pfade der Toten
    • Kreaturen (türkis) zwischen Dinadab und Banditenlager
    • Korsaren (orange) in Tathendralf
    • Orks (lila): bei Tingobel

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